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Vom Treffpunkt Schweizertor aus wird auf die Bedeutung der Reichsinsignien in der Schatzkammer hingewiesen. Das Denkmal von Kaiser Franz auf dem Inneren Burghof gibt Anlaß zur Besprechung seiner Person, er und sein schwacher Sohn Ferdinand waren die Kaiser des Wr. Kongress und des Vormärz. Auf dem Weg zum Heldenplatz mit einiger Biedermeierarchitektur (Kornhäusl, Nobile) wird darauf eingegangen, wie die Hofburg zur Zeit des Wr. Kongress ausgesehen hat. Das Denkmal von Erzherzog Karl auf dem Heldenplatz gibt Anlaß zur Besprechung der militärischen Geschehnisse vor und während Wr. Kongress. Der Erzherzog war der Stellvertreter Napoleons bei dessen Heirat mit der Kaistertochter Marie Louise, die Metternich eingefädelt hatte. Weiter geht es zu dessen Residenz und Schauplatz der Verhandlungen, dem heutigen Bundeskanzleramt. Dort werden auch andere Persönlichkeiten besprochen wie Sedlnitzky, Gentz (Fanny Elßler) und der gegenüber im Amalientrakt untergebrachte Zar. Geheimpolizei und Spitzelwesen (auch durch schöne Frauen) spielte eine grosse Rolle zur Kongress
zeit.
Neben der ehemaligen Residenz liegt der Volksgarten, Ort von Sehen und Gesehenwerden zur Kongresszeit. Gesellschaftlich spielte der Fürst de Ligne eine grosse Rolle, desssen Wohnung sich auf der Mölkerbastei befand. Auch Beethoven, der dem Kongress seinen musikalischen Rahmen gab, wohnte auf der Mölkerbastei und schliesslich Henriette Rothmann, Kurtisane mit allerhöchster Protektion, die sie sich durch Spitzeldienste erkaufte. In den Palais der Innenstadt waren die weiblichen Gäste des Kongresses untergebracht, wie die Fürstin Bagration (sie schenkte Metternich eine Tochter) und die kurländischen Prinzessinnen, in deren Salons die politische Gesellschaft verkehrte.

Da das Bürgertum, das im Vormärz zu Geld und Ansehen gelangt war, im auf den Kongress folgenden Metternichschen Polizeistaat von jeder Einflussnahme auf die Staatsgeschäfte fern gehalten wurde, traten die persönlichen, rein privaten Interessen in den Vordergrund. Wichtiges Anliegen wurde die Gestaltung der Freizeit. Man suchte Vergnügen und Unterhaltung auf der Landpartie, beim Heurigen, im Prater, in Tanzlokalen, im Kaffeehaus und im Theater - nicht zuletzt als Ablenkung vom harten Alltag, der tristen sozialen Lage und der unsicheren politischen Situation.führte zu einer Ausprägung des bürgerlichen Lebensgefühls. Die Ära Metternich endete in der Herrengasse in den Stürmen der Revolution von 1848.

Das Wiener Biedermeier