Unter den kaiserlichen Kunstsammlern tritt besonders Kaiser Rudolf II. hervor.
Im Alter von 24 Jahren verlor er den Vater und musste sein Erbe antreten. 36 Jahre lang regierte er, nicht als Soldat, sondern als Gelehrter auf dem Kaiserthron.
Seine Pflichten erdrückten ihn, seine Liebhabereien entzückten ihn.
Ein grosser Liebhaber, ganz gewiss, das war er. Ein Liebhaber alles Schönen in belebter und unbelebter Form, ein Liebhaber der Frauen, der Wissenschaften, der Künste. Er umgab sich mit hervorragenden Gelehrten, Wissenschaftlern, Künstlern, und natürlich mit schönen und gebildeten Frauen.
Seine langjährige Gefährtin Katharina Stada führte ihm auch andere Frauen zu. Langeweile und Einerlei lagen ihm nicht. Zehn Kinder lieferten den Beweis für seine Manneskraft, die er bestrebt war zu erhalten.
Becher aus Rhinozeroshorn, Korallen gegen den bösen Blick zeugen heute noch von seinen Ängsten. Denn ein richtiger Mann wurde nur durch den bösen Blick impotent.
Rudolfs grösste Angst war jedoch die Angst, vergiftet zu werden. Und so schützte er sich nach besten Kräften. Was so alles gegen Gift half! Natternzungen, Bezoare, Einhornbecher --- und alles war sehr teuer.
Da konnte man keine Soldaten bezahlen und keine Kriege führen!
Und so verbrachte er seine Zeit besser damit, ein bisschen zu regieren, viel mit Gelehrten zu diskutieren, alchemistische Versuche zu machen, seine Künster anzuleiten und zu beaufsichtigen, schöne Dinge und Frauen zu sammeln, gut zu essen und noch besser zu trinken.
Und Trinkspiele zu veranstalten mit eigenen Tischautomaten, die halfen, die Gäste betrunken zu machen. Gegen die Folgen gab es Heilmittel wie Edelsteine, Amulette....