Auf diesem Rundgang durch die Stadt begegnen wir allerhöchsten Gästen, darunter den Herrschern von Russland und Preußen, lernen Politiker wie Metternich, Castlereagh, Talleyrand kennen und treffen berühmte Künstler wie Beethoven. Ihre Wege führen uns zu den Salons des Adels, aber auch zu freizügigen Damen. Keiner ihrer Schritte blieb den Geheimagenten verborgen. Trotz aller Feste und Skandale war jedoch die Arbeit des Kongresses bemerkenswert: Sie sicherte Europa eine lange Periode des Friedens. 

Mitten im Inneren Burghof steht das Denkmal von Kaiser Franz, des Schwiegervaters und eines der Sieger über Napoleon. Unter ihm bot die Hofburg dem Kongress seine glänzende Kulisse. Auf dem Weg zum Heldenplatz zeigen wir, wie die Hofburg damals aussah. Auf dem Platz wurde später das  Denkmal von Erzherzog Karl, dem Sieger von Aspern, aufgestellt. Trotz seiner militärischen Begabung wurde er von seinem kaiserlichen Bruder kalt gestellt. Er war es übrigens gewesen, der als Stellvertreter Napoleons bei der Heirat mit der Kaistertochter Marie Louise fungiert hatte, eingefädelt von Metternich. Es geht gleich weiter zu dessen Residenz und dem Schauplatz der Verhandlungen, zum heutigen Bundeskanzleramt. Mit etwas Glück können wir den berühmten Sitzungssaal innen besichtigen (nicht abends, an Wochenenden und an Sitzungstagen). Sie hören auch von Metternichs Mitarbeitern, dem Kongresssekretär Gentz und dem Geheimdienstchef Hager. Geheimpolizei und Spitzelwesen (unter anderem durch schöne Frauen) spielten eine grosse Rolle. Der Zar, ihr beliebtestes Objekt, war gegenüber im Amalientrakt unt
ergebracht. 
Das Bundeskanzleramt lag direkt an der Stadtmauer, eine eiserne Brücke führte hinüber zum Paradeisgarten, dem heutigen Volksgarten, einem Ort von Sehen und Gesehenwerden zur Kongresszeit. Gesellschaftlich spielte der Fürst de Ligne eine grosse Rolle, seine Wohnung befand sich auf der Mölkerbastei. Auch Beethoven, der dem Kongress seinen musikalischen Rahmen gab, wohnte auf der Mölkerbastei und schliesslich noch Henriette Rothmann, Kurtisane mit allerhöchster Protektion, die sie sich durch Spitzeldienste erkauft hatte. In den Palais der Innenstadt waren die weiblichen Gäste des Kongresses untergebracht, wie die Fürstin Bagration (sie schenkte Metternich eine Tochter) und die kurländischen Prinzessinnen, in deren Salons die politische Gesellschaft verkehrte. 

Wien vor 200 Jahren -

                             der Kongress tanzt
wienfuehrung